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Anwendertreffen 2018: Die BAM als Motor der Laserschweißtechnik

Am 17. Januar trafen sich Mitglieder des Laserverbundes und Gäste zum ersten Anwendertreffen in diesem Jahr in der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) in Berlin Lichterfelde. Mit etwa 45 Teilnehmern war die Veranstaltung gut besucht und entsprechend groß war auch das Interesse. Das hatte gute Gründe, schließlich beschäftigt sich zum Beispiel der Fachbereich 9.3 „Schweißtechnische Fertigungsverfahren“ schon lange mit den vielen Anwendungsvarianten, der Technologieoptimierung und der Erschließung neuer Anwendungsfelder der Lasertechnik in der Materialbearbeitung.

Prof. Stens begrüßte die Gäste im Ludwig-Erhard-Saal und dankte dem Gastgeber Univ.-Prof. Rethmeier, Leiter des Fachbereichs 9.3, für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Ausrichtung des Anwendertreffens. In einer übersichtlichen Darstellung machte Professor Rethmeier die Anwesenden mit den Schwerpunktaufgaben und Strukturen vertraut. Anschließend skizzierte er die engen Kooperationen mit der TU Berlin und dem Fraunhofer IPK. Danach folgten drei Fachvorträge seiner Kollegen.

Herr Dr.-Ing. A. Gumenyuk berichtete über die ersten Ergebnisse und Aussichten bei der Anwendung der Magnettechnik beim Laserstrahlschweißen von dickwandigen Konstruktionen zur Steigerung der Schweißnahttiefen. Hier wird eine Prozessoptimierung wiederbelebt, die für den elektrischen Schweißlichtbogen bereits untersucht wurde, in Kombination mit dem Laserstrahl jedoch neue Bauteildimensionen erschließen kann.

Herr Dr. S. Gook vom Fraunhofer IPK stellte das Laserstrahl- und Hybridschweißen von geschlossenen Profilen in den Mittelpunkt seines Vortrags. Das bislang übliche Unterpulver-schweißen (UP) kann zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit durch das Laserstrahl-MSG-Hybridschweißverfahren abgelöst werden. Für den sicheren Betrieb von Großrohren u. ä. Baugruppen sollte jedoch nicht nur Wirtschaftlichkeit beachtet werden, sondern vor allem die geforderte Festigkeit und Kerbschlagzähigkeit der Schweißverbindung eingehalten werden. Durch eine veränderte Fugenform können mit dem Laserschweißen Nahtvolumen und Zusatzmaterialien reduziert werden.

Im dritten Vortrag zeigte Herr T. Jokisch von der Siemens AG, Berlin, warum auch additiv gefertigte Teile in der Praxis geschweißt werden müssen. Sein Vortrag stellte einen Vergleich zwischen konventionellem Wolfram-Intertgas-Schweißen (WIG) und dem Laserstrahl-schweißen von SLM gefertigten Rohren aus Nickelbasislegierungen vor. Eine sehr neue Applikation in der Schweißtechnik, wo nicht nur die geometrischen Bedingungen Einfluss haben, sondern auch ganz gezielt die spezifischen Werkstoffeigenschaften und der strukturelle Materialaufbau zu beachten sind.

Reges Interesse fanden dann auch die Besichtigungen ausgewählter Laborbereiche, einer gelungenen Ergänzung zu den theoretischen Ausführungen. Hier steht eine breite Palette von Laseranlagen verschiedenster Anbieter zur Verfügung. Beeindruckend ist das stärkste Hochleistungslasersystem mit bis zu 20 KW, das insbesondere neue Impulse für den Forschungsschwerpunkt „Schweißen dickwandiger Strukturen“ liefert.

Abschließend bot ein Imbiss Diskussionsraum bevor im zweiten Teil des Nachmittags die jährliche Mitgliederversammlung des LVVB begann.

Die Mitgliederversammlung: Rückblick und Start in das neue Arbeitsjahr

„Herzlich willkommen zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Laserverbunds Berlin-Brandenburg im Jahr 2018.“ Mit diesen Worten begrüßte der Geschäftsführer Thomas Beck die anwesenden Mitglieder, unterstützt durch die Moderation vom Vorsitzenden Prof. Eberhard Stens.

Die Tagesordnung wurde wie vorgeschlagen angenommen und professionell abgearbeitet. Der Bericht für das Geschäftsjahr 2017 lieferte eine hervorragende Bilanz und zeigte wie vielfältig die Aktivitäten waren: zwei Anwendertreffen mit Firmenbesichtigungen, Teilnahme an der LASER World of Photonics, erstmalige Ausrichtung der Photonic Days Berlin-Brandenburg und 6 Laserstammtische mit einem breiten Themenspektrum waren mit guten Resonanz angenommen worden.

Die Geschäftsabläufe des Vereins sind transparent, dem Vorschlag der Rechnungsprüfer zur Entlastung des Vorstandes kamen die Mitglieder deshalb auch gern nach.

Bei der anschließenden Neuwahl des Vorsitzenden stellte sich Prof. Justus Eichstädt von der TH Brandenburg zur Wahl und wurde mit sehr großer Mehrheit von den Mitgliedern bestätigt. Prof. Eichstädt nahm die Wahl an. Im Amt bestätigt wurde auch der bisherige Geschäftsführer Thomas Beck, dessen Mandat im Januar ausgelaufen war. Die bisherigen Vorstandsmitglieder bleiben in den bisherigen Zuständigkeiten weiterhin im Amt. Als Kassenprüfer fungieren 2018 die Herren Strahler und Haubitz-Reinke.

Mit einem besonderen Dankeschön und dem Vorschlag für den Preis des Laserverbundes Berlin-Brandenburg für 2018 wurde Prof. Eberhard Stens aus dem Vorstand verabschiedet. Seit mehr als 30 Jahren ist Prof. Stens dem Laserverbund eng verbunden und hat in den vielfältigsten Funktionen mit zur erfolgreichen Arbeit, Wertschätzung und dem guten Ruf des Verbands über die Grenzen von Berlin und Brandenburg wesentlich beigetragen.

Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung findet am 17. Januar 2019 satt. Das ausführliche Protokoll wird den Mitgliedern zeitnah zugestellt.

Prof. Dr. Sonja Eckhardt




Links für Interessierte :

https://www.bam.de/Navigation/DE/Ueber-die-BAM/Organisation/Organigramm/Praesident/Abteilung-9/fachbereich-93/fachbereich93.html

https://www.bam.de/Navigation/DE/Home/home.html